Ohrensausen: Ursachen, Symptome und was Sie dagegen tun können

Ohrensausen, medizinisch als Tinnitus bezeichnet, ist ein Phänomen, das etwa 10-15% der deutschen Bevölkerung betrifft. Die quälenden Phantomgeräusche können das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Doch was genau passiert im Ohr, wenn wir Tinnitus wahrnehmen? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Was ist Tinnitus?

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es beschreibt die Wahrnehmung von Geräuschen, die keine externe Schallquelle haben. Diese Geräusche können vielfältig sein: Pfeifen, Summen, Brummen, Zischen, Rauschen oder sogar musikalische Melodien.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Formen:

Häufige Ursachen von Ohrensausen

Lärmschäden

Die häufigste Ursache für Tinnitus ist eine Schädigung der Haarzellen im Innenohr durch Lärm. Konzerte, Baustellenlärm, Schusswaffen oder sogar laute Musik über Kopfhörer können dauerhafte Schäden verursachen. Die Haarzellen im Innenohr sind nicht regenerationsfähig – einmal beschädigt, bleiben sie beschädigt.

Altersbedingter Hörverlust

Ab dem 60. Lebensjahr nimmt die Hörfähigkeit natürlich ab. Dieser Prozess, Presbyakusis genannt, geht oft mit Tinnitus einher, da das Gehirn die fehlenden Signale mit Phantomgeräuschen kompensiert.

Ohrenschmalz (Cerumen)

Eine oft übersehene, aber leicht behandelbare Ursache. Zu viel Ohrenschmalz kann den Gehörgang verstopfen und zu Reizungen führen, die Tinnitus auslösen. In diesem Fall hilft oft schon die professionelle Ohrreinigung beim HNO-Arzt.

Kreislaufprobleme

Durchblutungsstörungen im Innenohr können zu Tinnitus führen. Die empfindlichen Haarzellen benötigen eine konstante Versorgung mit sauerstoffreichem Blut. Bluthochdruck, Arteriosklerose oder andere kardiovaskuläre Probleme können diese Versorgung beeinträchtigen.

Stress und psychische Belastung

Stress ist ein significanter Tinnitus-Verstärker. Unter Stress verengen sich die Blutgefäße, was die Durchblutung des Innenohrs weiter verschlechtert. Zudem neigen gestresste Menschen dazu, mehr auf ihre Körpergeräusche zu achten, was den Tinnitus verstärkt wahrnehmen lässt.

Weitere mögliche Ursachen

Symptome und Auswirkungen

Tinnitus äußert sich bei jedem Betroffenen anders. Die häufigsten Symptome sind:

Diese Geräusche können konstant sein oder in Intervallen auftreten. Bei manchen Betroffenen ist der Tinnitus so leise, dass er nur in völliger Stille wahrnehmbar ist. Bei anderen ist er so laut, dass er die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Tinnitus sollte immer ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn:

Diagnose

Ein HNO-Arzt wird zunächst eine gründliche Anamnese durchführen und das Ohr mikroskopisch untersuchen. Weitere diagnostische Maßnahmen können umfassen:

Behandlungsoptionen

Leider gibt es keine Heilung für Tinnitus. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, um mit den Symptomen umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern:

Medikamentöse Therapien

Bestimmte Antidepressiva und Antikonvulsiva können in manchen Fällen helfen, sind aber oft mit Nebenwirkungen verbunden. Nahrungsergänzungsmittel wie SonusZen bieten eine natürlichere Alternative.

Hörgeräte und Masker

Bei gleichzeitiger Hörminderung können Hörgeräte helfen. Tinnitus-Masker erzeugen ein sanftes Rauschen, das den Tinnitus überdeckt.

Verhaltenstherapie

Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) und kognitive Verhaltenstherapie (KVT) helfen, die Wahrnehmung und Reaktion auf den Tinnitus zu verändern.

Fazit

Ohrensausen ist ein komplexes Symptom mit vielen möglichen Ursachen. Die Behandlung erfordert oft einen multimodalen Ansatz. Wenn Sie unter Tinnitus leiden, empfehlen wir zunächst die Abklärung durch einen Facharzt und dann die Kombination verschiedener Strategien – von Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Entspannungstechniken.